"Lernen 360° - Wir Hauptschüler können was!"

In Teamarbeit entsteht die Kettenreaktionsmaschine.

Hauptschüler haben auf dem Arbeitsmarkt oft geringere Chancen als andere jugendliche Bewerber. Dieser Tatsache wirkt "Lernen 360°" entgegen - eine Initiative von TRUMPF und der Theodor-Heuglin-Schule in Ditzingen.

Seit 2008 tauschen Hauptschüler der achten Klassenstufe der Theodor-Heuglin-Schule an einem Tag pro Woche das Klassenzimmer gegen die Werkstatt bei TRUMPF. Und das nicht nur einmalig, sondern gleich ein halbes Jahr lang. In Gruppen entwickeln und bauen sie eine Kettenreaktionsmaschine. Sie erleben dabei physikalische Phänomene, lernen technische Zusammenhänge kennen und erfahren, wie wichtig Projekt- und Zeitmanagement sind.

Das Gestell wird von den Schülern in Eigenarbeit vorbereitet.

Technik ist dabei nur der Trägerprozess - die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler steht im Vordergrund. Sie lernen betriebliche Strukturen und notwendige Verhaltensregeln kennen. Um sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden, erhalten sie Unterstützung von TRUMPF Auszubildenden.

Die Schüler bekommen einen konkreten Projektauftrag. Sie entwickeln dabei nicht nur Verantwortungsbewusstsein für ihr eigenes Handeln, sondern erlangen Berufskompetenz, erhalten eine Orientierungshilfe für die Berufswahl und verbessern ihre Einstiegsvoraussetzungen für eine Ausbildung.

"Lernen 360°" definiert Lernen umfassender, als dies eine Schule allein leisten kann. Das Projekt bezieht alle Lebensbereiche der Jugendlichen mit ein. Neben der Schule sind dies das berufliche Umfeld, die Familie und die Gruppe der Jugendlichen selbst. Lehrer, Ausbilder und auch Eltern bestätigen, dass das vom Kultusministerium Baden-Württemberg unterstützte Projekt, die Berufsreife der Jugendlichen verbessert. Die Hauptschüler entwickeln ein Verständnis dafür, was sie für ihre persönliche Zukunft benötigen. Sie lernen, was sie sonst in Fächern wie Deutsch, Mathematik, "Materie, Natur, Technik" oder "Wirtschaft, Arbeit, Gesundheit" nur theoretisch erfahren.

Die Ergebnisse von "Lernen 360°" sprechen für sich: Alle Schüler der Pilotgruppe fanden einen Ausbildungsplatz oder konnten an weiterführende Schulen vermittelt werden.