Für alles gerüstet

Mit der TruMatic 3000 hat die Metalle in Form Geräteteile GmbH die Herausforderung „Kombitechnik“ angenommen – und es nicht bereut.

„Eine Maschine kaufen, die doppelt so teuer ist wie die bisherige, das macht schon Bauchschmerzen“, gibt Hilmar F. John, Geschäftsführer der Metalle in Form Geräteteile GmbH in Karlsruhe zu. Trotzdem ist er heute hochzufrieden mit seiner 2009 – mitten in der Krise – gefällten Kaufentscheidung. Eine überzeugende Wirtschaftlichkeitsanalyse, ausreichende Planungszeit und konsequente, aber unumgängliche personelle Umstrukturierungen haben der TruMatic 3000 mit SheetMaster den Weg geebnet. 

Die Entscheidungsfindung

Hilmar F. John

Der Systemlieferant Metalle in Form fertigt seit 1997 hochpräzise Teile und Funktionseinheiten für den Gerätebau. Die Teile und die endgeprüften, steckerfertigen Funktionseinheiten kommen insbesondere in der Medizin-, Labor-, Kälte- und Mess-/Regeltechnik zum Einsatz. Verarbeitet wird vorwiegend Dünnblech mit Dicken bis vier Millimeter und höchsten Ansprüchen an die Oberflächengüte. Das Stanzen vieler Ausbrüche, Prägungen und Verformungen stellen hohe Anforderungen an die Technik. Zunehmend sah sich die Fertigung aber auch mit immer komplexeren Konturen konfrontiert, die so nur mit dem Laser geschnitten werden können. Laserzuschnitte kaufte der Systemlieferant bisher zu und setzte für die eigene Blechbearbeitung die Stanzmaschine TRUMATIC 2020 mit SheetMaster Compact ein. Dies widersprach zunehmend der Firmenphilosophie, den Kunden höchste Fertigungs- und Dienstleistungstiefe zu bieten. Als für die reine Stanzmaschine eine Ersatzinvestition anstand war für Hilmar John klar, dass die Zeit für die Kombitechnik gekommen war - mit allen Herausforderungen, die dieser Maschinen- und Technologiewechsel mit sich bringt.

Maßgeschneidertes Kombi-Modell

Die neue TruMatic 3000 von Metalle in Form Geräteteile GmbH

Für die TruMatic 3000 hat sich Hilmar John ganz bewusst entschieden. „Für unsere Materialdicken bis vier Millimeter mit unterschiedlichen Oberflächen ist die Maschine absolut ausreichend. Und dabei bietet sie genau die Qualitäten, die wir für die Fertigung unserer Produkte brauchen: Genauigkeit, Präzision, Flexibilität - und das sowohl beim Stanzen, als auch beim Lasern", erklärt er. Die TruMatic 3000 ist mit einem 2-kW TruCoax CO2 Laser ausgestattet und überzeugt durch hervorragende Strahlqualität, präzise Schneidergebnisse und eine ausgezeichnete Kantenqualität. Der Laserkopf ermöglicht sogar ein Schneiden auf bereits eingebrachten Umformungen. ControlLine sorgt für den konstanten Abstand der Düse zum Blech, was das prozesssichere Schneiden selbst ausgefallener Geometrien möglich macht. Die 360°-Werkzeugrotation wiederum unterstützt eine flexible Tafelbelegung, weil das Stanzen in jeder Winkellage möglich ist. Die TruMatic 3000 stanzt Standardkonturen ebenso perfekt wie dreidimensionale Konturen oder Laschen. Ein weiterer Vorteil: Die pneumatisch gefederten Kugeln im Stanzbereich führen Bleche nahezu kratzerfrei über die Matrize und die serienmäßigen Bürstentische tun ihr übriges, um empfindliche Oberflächen zu schonen. Für viele Produkte bei Metalle in Form ein absolutes Muss.

Harte Fakten überzeugen

Erleichtert wurde Hilmar John die Kaufentscheidung durch eine Wirtschaftlichkeitsanalyse, die TRUMPF in enger Zusammenarbeit mit Metalle in Form erstellte. Verglichen wurde die „alte" TRUMATIC 2020 mit der TruMatic 3000. Um die beiden unterschiedlichen Technologien objektiv miteinander vergleichen zu können wurde zunächst festgelegt, ab welchem Punkt in der Fertigung die Schneidtechnologie zu Ende ist und der Technologiewechsel stattfindet. Danach vergleicht die Analyse die Prozessketten der TRUMATIC 2020 mit denen der TruMatic 3000. Das Ergebnis überzeugte. Teure händische Tätigkeiten wie das Vereinzeln aus der Blechtafel, das Entfernen von Micro-Joints, das Entgraten, Nachschleifen und ähnliches entfallen bei der Kombimaschine oder werden automatisiert erledigt. Auch bei den Rüstkosten liegt die TruMatic 3000 klar unter denen der Vergleichsmaschine. Ganze 50 Prozent Teilekosten spart Metalle in Form durch die optimierte Eigenfertigung der bisher zugekauften Laserzuschnitte ein. Das Fazit der Analyse: Die durchschnittlichen Teilezeiten verringern sich um 24 Prozent, die Teilekosten um 11 Prozent. Für Hilmar John entscheidende Argumente.

Konsequente Umsetzung

Beispielhafte Baugruppen von Metalle in Form
Beispielhafte Baugruppen von Metalle in Form

Mit der Unterschrift unter den Kaufvertrag begann Hilmar John mit der konsequenten Vorbereitung auf den Technologiewechsel „Kombitechnik". Nach Gesprächen mit dem Betriebsrat stellte er zunächst Personal ein, das schon mit Kombimaschinen gearbeitet hatte. „Dass der Wegfall händischer Tätigkeiten zwangsläufig damit verbunden ist, sich von weniger qualifiziertem Personal zu trennen, ist die Kehrseite der Medaille", bedauert Hilmer John. Schnell zeigte sich, dass es vom „nur Stanzen" und „nur Lasern" zur Kombitechnik ein Quantensprung ist, der - so John - aber durchaus zu meistern ist. Die Stanzmitarbeiter wurden nach der Maschinenaufstellung von TRUMPF speziell geschult. Auch die Sorge der geringeren Auslastung der schnelleren Kombimaschine hat sich bei weitem nicht erfüllt. „Ein bisschen Luft haben wir noch. Das hat mit Prozesssicherheit, Laufzeiten und ähnlichem zu tun", berichtet John. Gerade in der Prozesssicherheit liegt das Einsparpotential der TruMatic 3000. Die Teile müssen zwar optimal vorbereitet, konstruiert, programmiert und verschachtelt werden. Dann allerdings läuft die Maschine dank automatischer Be- und Entladung mannlos und prozesssicher fast von alleine. „Nach vier Monaten im Einsatz gibt es noch Lerneffekte in fast allen Bereichen. Aber wir sehen jetzt bereits Erfolge der Lernkurve im laufenden Betrieb. Und ich rechne mit weiteren Produktionszuwächsen in absehbarer Zeit. Alles in allem lohnt sich die Kombitechnik, denn Sie hat großes Potential und eröffnet uns ganz neue Möglichkeiten", resümiert Hilmar John.

Für alles gerüstet