Die Nussknacker von Kalifornien
Die Florys hatten die erste Melkmaschine im Tal und den ersten Traktor. Heute bauen sie mit TRUMPF Maschinen – TRUMPFTC L 2503 E II, TRUMATIC L 3030 (TruLaser 3030), TrumaBend C 66 (TruBend 3066), TruLaser 5030 und TruPunch 1000 – die innovativsten Erntemaschinen.
Ende der 1920er-Jahre nutzt die Bauernfamilie Flory als erster Betrieb im Land eine Melkmaschine. 1944 konstruiert Howard Flory, der heutige Seniorchef des Unternehmens, die erste Erntemaschine für Bohnen, den sogenannten „Bohnenmäher“. 1968 entwickelt Flory die erste traktorbetriebene Mandel-Erntemaschine. Erst drei Jahre später gründet Howard die Firma Flory Industries.
Heute entwickelt und produziert das innovative Familienunternehmen auf der ehemaligen Kuhweide in Salida, Kalifornien, eine breit gefächerte Palette von Ma¬schinen und Ausrüstungen für Nussfarmer und beliefert damit Betriebe in den USA, Südamerika, Australien und Spanien. Rund 9 000 Erntemaschinen, Mähdrescher, Kehrmaschinen, Ladegeräte, Mähmaschinen, Schwefelzerstäuber, Elevatoren und Häcksler hat die Landmaschinenfabrik Flory bis heute auf den Markt gebracht.
Vom Nuss-Profi zum Job-Shopper
Im Jahr 2007 fuhren die Nussfarmer rund um den Globus eine Ernte von knapp 600 000 Tonnen ein. Viele davon mithilfe von Florys Maschinen.
Das Geschäft mit den Nüssen kann aber auch hart sein. Mitte der 80er-Jahre etwa fiel die Nachfrage nach den Erntemaschinen drastisch. „Um unsere Fabrik weiter auszulasten und Stillstände zu vermeiden, erweiterten wir unser Angebot, wurden zum Job-Shop und boten Schweißservice“, erinnert sich Kent Flory, Fertigungsleiter, Enkel des Gründers und eines der zwölf in der Firma aktiven Familienmitglieder.
Schon drei Jahre später war Florys neue Auftragsfertigung am Rande ihrer Kapazitäten. „Die meisten unserer Blechteile wurden damals von Monteuren mit Bohrern und Lötlampen produziert“, schmunzelt Kent Flory, „irgendwann mussten wir unsere Kapazitäten und damit auch unsere technische Basis erweitern.“
Innovation säen – Erfolg ernten
Die Suche nach einer Alternative führte zum Thema Stanzen und Flory wurde 1989 bei TRUMPF fündig. „Die Entscheidung für eine TRUMATIC 240 R Stanzmaschine prägte nachhaltig unsere Fähigkeit, Edelstahl- und Aluteile unterschiedlicher Stärken und praktisch aller Formen oder Konturen zu produzieren“, freut sich der Fertigungsleiter. Er war es, der sich damals als 21-Jähriger im Auftrag der Familie im TRUMPF Headquarter in Connecticut mit dieser Maschine vertraut machte.
Auch in den 90er-Jahren tat das Geschäft der Florys das, was es in den letzten hundert Jahren eigentlich immer getan hatte: Es florierte. So wurde bald eine weitere TRUMPF Maschine angeschafft, eine Laserflachbettmaschine TC L 2503 E II. „Genau wie die Stanzmaschine einige Jahre zuvor hat der Laser unseren Betrieb revolutioniert“, erläutert Kent Flory. „Die ganz neuen Möglichkeiten der Laseranlage hatten und haben direkte Auswirkungen auf die Konstruktion unserer Maschinen. Und wenn es um neue Formen geht, setzt uns heute nur noch die Fantasie Grenzen.“
Seit 2003 hat Flory Industries auch eine TRUMATIC L 3030 (TruLaser 3030) im Einsatz. Beide Maschinen laufen im Dreischichtbetrieb, seit Juni 2007 unterstützt von einer dritten Laserschneidmaschine. Die jüngste Investition liegt wenige Monate zurück: Ende 2007 wurde die TRUMATIC 240 R nach mehr als 56 000 Betriebsstunden durch eine TruPunch 1000 ersetzt.
Das Geheimnis? Qualität und Tempo
Fragt man Kent Flory nach dem Erfolgsgeheimnis des vom Großvater gegründeten Unternehmens, muss er nicht lange überlegen: „Qualität, Geschwindigkeit und Innovation. Die Fähigkeit, hochwertige Teile zeitnah zu produzieren, ob für die eigene Produktlinie, die Auftragsfertigung oder als Prototyp, war und ist essenziell.“
Auch in Sachen Innovation bleibt sich Flory Industries treu. So macht sich der Familienbetrieb bereits seit Jahren für den in Kalifornien besonders strengen Umweltschutz und insbesondere für die Luftreinhaltung stark. Ein Ziel ist beispielsweise, die bei der Mandelernte anfallenden enormen Staubfontänen zu reduzieren. Flory hat eine Erntemaschine entwickelt, die im Vergleich zu anderen bis zu 50 Prozent weniger Staubemissionen freisetzt.
Ein weiteres heißes Umweltthema ist die bislang übliche, ab dem Jahr 2010 aber verbotene Praxis, Holzabfälle der Nussplantagen zu verbrennen. Auch darauf hat die Familie Flory eine Antwort parat: Ein spezieller Schredder zerkleinert die Abfälle zu feinem Fasermaterial, das auf dem Boden verbleiben kann und dort schnell und umweltfreundlich zerfällt. „Diese Maschine hat unseren Bedarf an Laserkapazitäten maßgeblich gesteigert, da wir zahlreiche Bauteile des Bearbeitungskopfes mit dem Laser schneiden“, sagt Kent Flory. Schon heute sind über 30 dieser Spezialschredder im Einsatz, spätestens ab dem Jahr 2010 wird das Produkt für Flory wohl zum Dauerbrenner werden.

