Komplexe Teile als Erfolgsfaktor
PreTec denkt langfristig und kauft eine neue Biegemaschine
Als „Mut in der Krise" könnte man sein Verhalten bezeichnen. Steffen Albrecht nennt sein Vorgehen schlicht „antizyklisch". Schon sein Professor habe gesagt, man solle Ingenieurwissenschaften studieren, wenn Juristen gefragt seien, erinnert sich der Geschäftsführer der von ihm gegründeten PreTec Schneidtechnologien GmbH. Im Januar 2009 hat er deshalb in zwei neue Maschinen investiert, eine Abkantpresse TruBend 5130 und eine 2-D-Laserschneidanlage TruLaser 5030.
Auch die Begründung für seine Anschaffungen klingt überraschend: Er hat es aus Kostengründen getan. Da seine Produktionshalle noch ausreichend Platz bietet für beide Maschinen, sinken nun die anfallenden Kosten für Fläche, Software und Personal pro Maschine - und die Preise für die Kunden. „Zudem kann ich die Lieferzeiten verkürzen. Bei den mindestens 1500 verschiedenen Teilen, die wir pro Monat fertigen, können wir zusätzliche Maschinen und damit bessere Reaktionsmöglichkeiten gut gebrauchen. Denn das ist unser Erfolgsgeheimnis: Flexibilität durch Redundanz oder - in anderen Worten - mehr Sicherheit für den Kunden."
Laser statt Wasserstrahl
Begonnen hat Steffen Albrecht im Jahr 1995 mit dem Wasserstrahlschneiden. Seine erste TRUMPF Maschine war zwei Jahre später eine Trumatic L 2530, die heute noch im Einsatz ist. Eigentlich wollte er damals eine zweite Wasserstrahlschneid-anlage kaufen. Allerdings erwies sich der Laser aufgrund der höheren Produktivität als deutlich wirtschaftlicher - die erste Lasermaschine durfte einziehen. Und brachte neue Kunden mit sich, denn nun konnte Albrecht auch Zuschnitte im Dünnblech anbieten, was sein Geschäft maßgeblich beeinflusste.
Im Lauf der Zeit hat die Firma PreTec ihr Technologiespektrum kontinuierlich erweitert und im Jahr 2000 eine erste Biegemaschine von TRUMPF gekauft. „Diese Abkantpresse war eine logische Konsequenz aus der bis dahin genommenen Entwicklung. Wir wollten im Endeffekt die gesamte Prozesskette anbieten, alles aus einer Hand", berichtet Albrecht. Zunächst habe man nur einfache Teile gebogen, erst durch den Einsatz der Software TruTops Bend seien auch komplexere Teile möglich geworden, die ein lukrativeres Geschäft darstellten.
Zuverlässigkeit und Liefertreue
Und nicht nur das. Die Komplettbearbeitung auch anspruchsvoller Teile und Baugruppen gehört laut Steffen Albrecht zu den wichtigsten Kundenwünschen. In systematischen Analysen prüft er bei seinen Abnehmern regelmäßig Erwartungen und Erfahrungen ab. Dabei geht es ihm nicht nur um die Fertigungsqualität, sondern auch um Zuverlässigkeit und Liefertreue: „Schon die Angebotserstellung muss schnell gehen. Mit TruTops Bend kann ich zügiger als andere die Machbarkeit von Biegeteilen beurteilen." Die Begeisterung für TRUMPF Software und Komplettbetreuung geht bei ihm so weit, dass er sogar das Konstruieren für manche seiner Kunden übernimmt. 98 Prozent aller Teile werden bei PreTec über TruTops programmiert, nur zwei Prozent an der Maschine - das sind dann in der Regel sehr einfache Anwendungen. Dennoch stehen den Bedienern an allen Maschinen separate PCs zur Verfügung, an denen sie mit TruTops arbeiten können. Bis zu 80 Prozent der offline mit TruTops Bend erstellten Programme werden ohne jegliche Korrektur an den Biegemaschinen verwendet, schätzt Albrecht. So konnte die Durchlaufzeit enorm verkürzt werden - und auch der Ausschuss ging zurück.
Entwicklungen von morgen mitkaufen
Dabei hat es sich als Vorteil erwiesen, Kunde eines großen Anbieters wie TRUMPF zu sein. „In diesem Unternehmen herrscht ein Innovations-drang, der mir als Kunde die Sicherheit gibt, mit den heute getätigten Investitionen auch die Entwicklungen von morgen mitzukaufen, die ich dann durch Updates oder Nachrüstungen erhalten kann", so Albrecht. „Die Steuerungs- und Planungssoftware TruTops Fab ist dafür das beste Beispiel. Allein in den letzten zwei Jahren hat sie sich noch einmal signifikant verbessert."
Automatisierte Prozesse mit TruTops Fab
Deshalb hat Steffen Albrecht für PreTec vor Kurzem erneut in TruTops Produkte investiert. Mit TruTops Fab kann er nun seinen gesamten Fertigungsprozess von der Erstellung eines Angebots bis zu den Versandpapieren steuern. Quasi nebenbei hat er die Abläufe vereinheitlicht, Schnittstellen reduziert, Fehlerquellen beseitigt und letzten Endes Verschwendung minimiert. „Wir haben damit im Prinzip unsere Prozesse automatisiert", resümiert der gelernte Fertigungs-prozessgestalter. „Das ist die perfekte Ergänzung zur vollautomatisierten Prozesskette Blech, die wir durch Anbindung eines Hochregallagers geschaffen haben. Denn nicht nur über die Hardwareautomatisierung muss man sich heut-zutage Gedanken machen, auch in der Software-automatisierung liegt enormes Potenzial."

