Sofies Welt
Susi, Stefanie, Seraina und Selina – oder natürlich die erfahrene Sofie: Bei Keller Laser in der Schweiz dürfen sich selbst die stählernen Kolleginnen als Freundinnen der Familie fühlen. Neben seinen acht Laserflachbettmaschinen „beschäftigt“ Bruno Keller auch eine Kombimaschine und mehrere Biegemaschinen der Serie TruBend 5000, eine davon mit BendMaster.
Sofie hätte den Ruhestand längst verdient. Aber weil ihr Chef zu viel Arbeit hat, steht sie immer noch hinten links in der Halle und gibt täglich ihr Bestes. Sofie ist eine TRUMATIC L 3030 (TruLaser 3030) mit über 45 000 Arbeitsstunden auf dem blau-weißen Blechbuckel.
Mit diesem Stundenzettel kann selbst ihr „Chef“ Bruno Keller nicht mithalten. Auch wenn der in den ersten zwei, drei Jahren nach der Gründung seiner Keller Laser AG fast rund um die Uhr gearbeitet und dabei, wie er selbst sagt, schon mal das Gefühl für Uhrzeiten und Wochentage verloren hat.
Die Zukunftsfrage
Ein hoher Einsatz, der sich aber gelohnt hat: Der ehemalige TRUMPF Mitarbeiter Bruno Keller hat gemeinsam mit seiner Frau Barbara und der Unterstützung seiner Maschine Sofie und ihrer mittlerweile sieben Schwestern Susi, Stefanie, Selina, Seraina, Sarah, Silvia und Sina in wenigen Jahren einen Blechbearbeitungsbetrieb mit 65 Mitarbeitern aufgebaut.
Nach Stationen als Lehrling bei der Rhätischen Eisenbahn, Brückenbauer in Saudi-Arabien, selbstständiger Zeitarbeiter in verschiedenen Firmen und neun Jahren als Konstrukteur bei der TRUMPF AG in Grüsch stellt sich Keller 1995 die Zukunftsfrage: 41 Jahre, zwei Kinder, eigenes Häuschen, guter Job. War’s das für die nächsten 25 Jahre?
Die Anregung zu seinem neuen Leben als Unternehmer in der Blechbearbeitung gibt eine Urahnin von Sofie, die erste TRUMPF Laserschneidmaschine L 3030. Das Potenzial der damals noch jungen Lasertechnologie, die einige Jahre zuvor bei TRUMPF in Grüsch ins Programm aufgenommen worden war, elektrisiert den gelernten Schlosser und Konstrukteur: Mit dem Laser will er sich seine Scheibe vom Schweizer Blechbearbeitungsmarkt abschneiden. Er macht einen Businessplan, klopft den Bedarf bei den Unternehmen der Region ab und hält nach potenziellen Wettbewerbern Ausschau.
Nachdem der Markt geprüft und die Finanzierung gesichert ist, kann der Gründer im Sommer 1995 mit seiner Idee des Job-Shops für komplette Blechbearbeitung loslegen.

