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Findige Blechbearbeiter beim schwedischen Lohnfertiger Rotage machen vor, wie Automatisierung die Produktivität steigert. In der „Blue Hall“ von Ingemar Ronger stehen: Zwei TruBend 5130 mit BendMaster, zwei TruLaser 3030 mit LiftMaster Store und SortMaster, TruLaser 5030, zwei TruPunch 5000 mit SheetMaster. Alle Maschinen sind mit dem Lager verbunden.

 
Das Credo von Ingemar Ronger, Geschäftsführer von Rotage, ist unmissverständlich: „So produktiv wie möglich arbeiten und dabei so wenig wie möglich manuell transportieren. So wird mit jedem Arbeitsschritt dem Ausgangsmaterial Blech Mehrwert zugeführt.“ Dementsprechend hat das schwedische Unternehmen gemeinsam mit TRUMPF „Nordeuropas fortschrittlichstes vollautomatisiertes Fertigungssystem zur Blechbearbeitung inklusive Lager für Roh- und Fertigteile“ ausgearbeitet. So steht es im firmeneigenen Faltblatt zum neuen
Fertigungssystem.

6 000 Tonnen Blech im Jahr

Ingemar Ronger, Geschäftsführer vonRotage AB, will die Kapazität seines Job-Shopsum 25 Prozent steigern.
Ingemar Ronger, Geschäftsführer von Rotage AB, will die Kapazität seines Job-Shops um 25 Prozent steigern.

Im südschwedischen Kvänum, einem kleinen Ort 120 Kilometer nordöstlich von Göteborg, startet Ingemar Ronger 1979 den Job-Shop Rotage als One-Man-Show. Heute verarbeiten 85 Mitarbeiter pro Jahr 6 000 Tonnen Blech. Der Lohnfertiger ist überaus erfolgreich und hat seinen Jahresumsatz zwischen 2003 und 2006 auf über zehn Millionen Euro verdoppelt. Entscheidender Beitrag für die Erfolgsgeschichte von Rotage: Automatisierungslösungen von TRUMPF, die in der ersten Stufe bereits 2005 in Betrieb genommen wurden.

 

 

Herzstück des Automatisierungskonzepts ist das vollautomatische Lager mit fast 700 Palettenplätzen. Jede Palette kann mit bis zu drei Tonnen Blech belastet werden. In der Mitte der Anlage verläuft ein schienengeführtes Regalbediengerät, das alle integrierten Werkzeugmaschinen bedient. Insgesamt ist die Anlage 75 Meter lang und sechs Meter hoch. Da alle Maschinen die gleiche Farbe haben, nennt Ingemar Ronger seine Halle liebevoll „Blue Hall“, in Anlehnung an den gleichnamigen Saal im Stockholmer Rathaus, in dem das alljährliche Bankett für die Nobelpreisträger stattfindet.

Automatisierte Prozesskette

Mit Stanzen, Biegen und Laserschneiden sind bei Rotage drei Technologiekomponenten der Prozessket¬te Blech direkt miteinander verbunden.
Mit Stanzen, Biegen und Laserschneiden sind bei Rotage drei Technologiekomponenten der Prozessket¬te Blech direkt miteinander verbunden.

Seit der ersten Ausbaustufe (2005) sind drei Laserschneidanlagen sowie zwei Stanzmaschinen von TRUMPF in das Automatisierungskonzept eingebunden. Dabei sorgt ein SheetMaster für das Be- und Entladen der Stanzmaschine, der GripMaster entnimmt die Restgitter. Den Laseranlagen führt der LiftMaster Store die Bleche zu und der SortMaster erledigt die sortierte Ablage der Fertigteile. 2006 und 2007 schließlich erweiterte Ronger die Anlage und integrierte zusätzlich zwei vollautomatische Biegezellen mit TruBend Abkantpressen und jeweils angeschlossenem BendMaster.

Auch für die Zukunft ist bereits Raum geschaffen. Ingemar Ronger: „Wer einmal automatisiert, kann nicht mehr zurück und sucht immer neue Einsatzfelder.“ So ist Rotage heute Skandinaviens Vorzeigebeispiel für einen außergewöhnlich umfassenden Bearbeitungsansatz: Mit Stanzen, Biegen und Laserschneiden sind drei Technologiekomponenten der Prozesskette Blech direkt miteinander verbunden. Aus gutem Grund. Rotage rechnet durch den Einsatz der Automatisierungskomponenten mit einem Kapazitätssprung von 25 Prozent.

 

Losgrößen zwischen 100 und 1 000

Überzeugt hat Ronger auch die Vielfältigkeit der Automatisierungslösung. Denn die Auftragsfertigung für einen breiten Kundenkreis erfordere „ein hohes Maß an Flexibilität – ausgehend von Losgröße eins“. Rotage beliefert einen Stamm von 230 Kunden, das monatliche Auftragsvolumen geht im Schnitt von bis zu 100 verschiedenen Abnehmern aus. Stellenweise geht es dabei um Serien mit weniger als 50 Einheiten, Losgrößen zwischen 100 und 1 000 sind jedoch die Regel. „Längst haben wir bewiesen, dass wir selbst bei langen Transportwegen wettbewerbsfähig sind“, erklärt Ingemar Ronger. „Dies ist – so paradox es klingt – einerseits ein Erfolg der Automatisierung, andererseits ein Weg, um Arbeitsplätze zu erhalten.“ Ein wichtiges Anliegen des Rotage-Geschäftsführers, dem die Förderung des Produktionsstandorts Schweden am Herzen liegt.

Das neue, vollautomatisierte Fertigungssystem erfordert zwar weniger, dafür aber gut ausgebildetes Bedienpersonal. „Die Mitarbeiter müssen ein Gefühl für den Fertigungsablauf entwickeln“, resümiert Ronger. Denn nur dann kann dieser nach dem Prinzip „leichtere Arbeiten nachts und am Wochenende, kompliziertere Arbeiten tagsüber“ geplant werden. Ronger: „Unser Ziel: Die Fertigung soll 24 Stunden lang, sieben Tage die Woche laufen.“ Rotage ist aufgutem Weg. Mannarme Schichten am Wochenende sind längst keine Ausnahmen mehr.

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